Das Gebiet des Valpolicella erstreckt sich längs der Hügellandschaft nördlich von Verona und sein Wein ist sicherlich einer der bekanntesten in Italien und ausserhalb.

Die ausgezeichnete Lage macht aus dem Valpolicella ein Gebiet, das seit Jahrhunderten für den Weinbau geschätzt wird. Im Norden wird das Valplolicella von den Bergen der Monti Lessini begrenzt, während die Etsch es südöstlich von den Moränenhügeln des Garda trennt; auf der nord-westlichen Seite grenzt der Monte Pasello das Gebiet mit dem Etschtal ab. Das gesamte Gebiet genießt zudem das gemäßigte Klima des sich unmittelbar in der Nähe befindlichen Gardasees und von der frischen Brise der Monti Lessini.

Unsere Anbaugebiete befinden sich größtenteils auf hügeligem Gelände mit ausgeprägten klimatischen und geologischen Eigenschaften. Auf Böden marinen Ursprungs, kompakten, roten und kalkreichen Böden, Mergelböden und Basalt pflanzen wir die Traubensorten Corvina, Corvina grossa, Rondinella, Molinara und Oseleta an.

Unsere Kellerei hatte schon vor vielen Jahren entschlossen, in dieses Gebiet zu investieren, indem wir mitten im Valpolicella einen Weinkeller in Betrieb genommen haben, der ausschliesslich für den Anbau, die Ernte, die Traubentrocknung und das Keltern der Trauben aus diesem angesehenen Gebiet bestimmt ist.

Amarone und Recioto

Corvina Rondinella und Molinara sind die alteingesessenen Trauben, die zur Produktion zweier weltweit einzigartiger Weine verwendet werden: der Amarone von Valpolicella und der Recioto von Valpolicella.

Im Vergleich zu den Trauben, die normalerweise zur Produktion des Valpolicella in den Varianten Valpolicella Classico und Valpolicella Classico Superiore Ripasso verwendet werden, sind die Trauben zur Produktion des Recioto und des Amarone einer besonderen Behandlung unterzogen. Diese Weine entstehen aus einer achtsamen Auslese direkt am Weinberg der schönsten und gesündesten Trauben.

Sobald diese ausgereift sind (im Allgemeinen einige Tage vor der für den Valpolicella Wein verlangten Reife) werden die Trauben gepflückt und achtsam in Holz- bzw. Plastikkisten auf einer einzigen Schicht gelegt, damit einerseits die Luftzirkulation gefördert und andererseits ein Zerdrücken derselben vermieden wird. Die Kisten werden dann in den dafür vorgesehen Trocknungskammern gestockt, die großräumig, trocken und völlig luftig sind, in denen die Trauben dann über drei bis vier Monaten getrocknet werden. Auf diese Weise, d. h. mittels natürlicher Trocknung verlieren die Trauben ca. 30-40% ihres Gewichts (durch Wasserverdampfung), indem somit die hervorragende Konzentration des Zuckers und anderer grundlegender, in den Trauben enthaltenen Komponenten, wie Glyzerin, Extrakte und Aromen gefördert wird.

Nach der Kelterung und der Fermentation, die in den Wintermonaten stattfindet, wird der Wein für mindestens 12 Monate in Eichenfässern aus Slowenien oder aus dem Allier in Frankreich ausgebaut. Die Dauer der Fassreifung variiert je nach Jahrgang und ist für Recioto-Weine allgemein kürzer, als für Amarone; besonders der Amarone DOC Classico reift über 2 bis 3 Jahre in slawonischen Eichenfässern. Nach dem Fassausbau wird der Wein abgefüllt und noch eine weitere Zeit in Flaschen gelagert, bevor er auf den Markt kommt.

Ein Großteil des weltweiten Ruhms des Valpolicella-Gebiets kommt jedoch vom Recioto, der seinen Namen von den Traubenschultern, im veroneser Dialekt „recie“ für Ohren, ableitet, welche nach der Ernte für 30 bis 90 Tage einer Traubentrocknung unterzogen werden.

Recioto und Amarone im Vergleich

Der Recioto entsteht mit derselben ausgewogenen Kombination (Traubenmischung) des Amarone, unterscheidet sich jedoch nicht nur merklich im Geschmack – bedeutend süßer und lieblicher aufgrund einer hohen Konzentration an nicht gegärten Zuckern – sondern auch aufgrund der Andersartigkeit im Konsum zu den Mahlzeiten (der Amarone ist ein Wein zu Fleischgerichten, Wild, ausgereiften Käsesorten, der Recioto hingegen wird als Dessertwein getrunken, ausgezeichnet zu trockener Patisserie, Früchtekuchen, gilt als Meditier-Wein ), aber auch aufgrund einer Reihe an technischen Differenzen.

Die Trauben, die für den Recioto bestimmt sind, werden normalerweise noch später als jene für den Amarone gepflückt und haben einen noch höheren Zuckergehalt. Diese werden dann für eine noch längere Zeit zum Trocknen gelassen, indem sich somit intensivere und konzentriertere Aromen und einen natürlichen Süßegrad entwickeln. Das Unterbrechen der Gärung der für den Recioto bestimmten Trauben erfolgt auf natürliche Weise, da mit einem sehr hohe Zuckergrad die Gärstoffe keine reguläre Wirkung haben, welche sie im Falle des Amarone, der nahezu ohne Zuckerstoffe bleibt, jedoch ausführen. Zudem ist es möglich das Abstechen verfrüht oder verspätet durchzuführen und somit einen höheren bzw. niedrigeren Süßegrad im Wein zu bestimmen, ein Element das den Amarone vom Recioto unterscheidet, bis zu einem Punkt der kompletten Umwandlung der Zuckergehalte in Alkohol.

Sehr verschieden sind auch Lebensdauer und die potentielle Alterung dieser beiden Weinarten: der Amarone ist ein Wein, der in seinen besten Jahrgängen auch über Jahrzehnte bestens aufbewahrt werden kann, der Recioto tendiert jünger konsumiert zu werden, und zwar innerhalb von fünf bis sechs Jahren nach seiner Weinlese. Diese Faktoren zusammen mit der Konzentration des Mostes aufgrund der Trocknung und der Reife in den Eichenholzfässern, ermöglichen es, einen Wein mit exklusiven organoleptischen Eigenschaften herzustellen, der weltweit keinesgleichen findet.

Valpolicella Superiore Ripasso

Der Valpolicella Classico Superiore Ripasso ist ein Wein, der aus der traditionellen Technik des “Ripasso”, also einer erneuten Gärung (oder zweiten Gärung) des Valpolicella Weins auf den getrockneten
und noch reich an süßem Saft enthaltenen Traubentrestern des Recioto bzw. Amarone gewonnen wird. Gemäß der Produktionsregelung ist diese besondere Technik allein dem Valpolicella Wein vorbehalten.